London Calling! 5 gute Gründe nach London zu reisen

London gehört mit Abstand zu meinen liebsten Reisezielen. Verliebt habe ich mich in die Stadt vor sieben Jahren, als ich nach langer Zeit im Rahmen einer Studienfahrt dort war. Seitdem hat mich die britische Metropole nicht mehr losgelassen und mindestens eine Fahrt dorthin steht jedes Jahr auf dem Plan. Aber warum eigentlich? Was macht London für mich so einzigartig? Ich habe mal fünf wirklich gute Gründe zusammengetragen.

London zeigt Flagge

London ist gelebtes Multikulti

Manchmal hat man ja das Gefühl, dass in Zeiten von verstärkt aufkommendem Nationalismus und Diskussionen um Brexit, Multikulturalismus kein Zukunftsmodell ist. Selbstverständlich gibt es auch in London Rassismus und natürlich gibt es hier Armut, fehlende Intregation und Bildungsgefälle. Und dennoch: Überall wird kommuniziert, gelacht, gestritten – in den verschiedensten Sprachen. Der Umgang miteinander ist friedlich und respektvoll. Viel trägt sicher dazu bei, dass beinahe ein Drittel der Londoner heute ausländische Wurzeln haben. Und eben diese Vielfalt wirkt auf den Beobachter belebend und aufregend und es ermöglicht dem London-Besucher, viele unterschiedliche Facetten, Kulturen und Traditionen an einem Ort kennenzulernen.

Klar, London ist nicht gleichzusetzen mit England und ist sicher keinesfalls repräsentativ für das gesamte Königreich. Aber: Es bietet einen Einblick in die Art und Weise, wie das Zusammenleben verschiedenster Menschen funktionieren kann. Londoner sind aufgeschlossen, offen, interessiert und überaus tolerant – und das spürt man vor allem im Umgang miteinander.

Vielfalt macht London lebendig

London ist ein kulturelles Powerhouse

Für Kulturfans ist London schlichtweg perfekt. Ich liebe es, in London ins Theater zu gehen oder Musicals zu sehen. Wer ein bisschen Glamour braucht (und des Englischen halbwegs mächtig ist), hat in London gute Chancen, auch mal den einen oder anderen Hollywood-Star auf einem Ausflug auf die Theaterbühne zu erleben (https://www.londontheatre.co.uk/stars-on-stage). Wenn man es etwas seichter – aber nicht weniger spektakulär – mag, der ist mit einer riesigen Auswahl an verschiedenen Musicals gut bedient. Tickets für die Musicals bekommt am besten am Veranstaltungstag morgens ab 10 Uhr (Früh da sein! Es bildet sich schnell eine lange Schlange, gerade am Wochenende!) am TKTS-Schalter am Leicester Square (U-Bahn-Haltstelle Leicester Square). Diese offzielle Verkaufsstelle bietet gute Preise, gute Beratung und im Gegensatz zu den vielen etwas zwielichtigen Ticket-Buden (die mit scheinbar unschlagbaren Preise locken) rund um den Leicester Square eine ganze Menge Vertrauenswürdigkeit.

In Sachen Theater ist für mich bei jedem London-Besuch ein Besuch im Globe Theatre Pflicht (U-Bahn-Haltstelle Southwark oder London Bridge). Das Theater ist ein Nachbau des gleichnamigen Theaters aus dem 17. Jahrhundert, das damals von den Lord Chamberlain’s Men geplant und erbaut wurde und 1613 abbrannte. Zu sehen gibt es dort – heute wie vor mehr als 300 Jahren – Stücke von William Shakespeare, natürlich unter freiem Himmel und ohne moderne Technik. Eben ganz wie zu Shakespeares Zeiten. Besonders lohnend ist ein Besuch als groundling, d.h. man bekommt ein Ticket für nur fünf Pfund, muss dafür aber im Innenraum des Theaters stehen. Die Atmosphäre hier ist unvergleichbar und man kann sicher sein, dass es jede Menge Interaktion zwischen Schauspielern und Publikum gibt. Tipp: Karten vorab im Internet reservieren!

Aufführung im Globe Theatre

In Sachen Kultur kommen dazu noch eine Menge spannender Museen. Erfreulich daran: Die meisten Londoner Museen erheben keinen Eintritt (außer natürlich für Sonderausstellungen), man wird allenfalls um eine Spende gebeten, die man natürlich ablehnen kann. Mein Lieblingsmuseum ist das Tate Modern (U-Bahn-Haltestelle Southwark oder Blackfriars), das in einem alten Ölkraftwerk residiert und erst im letzten Jahr durch einen Anbau erweitert wurde. Hier bekommt man moderne Kunst zu sehen, dazu kommen natürlich immer wieder außergewöhnliche Sonderausstellungen und -veranstaltungen. Nicht verpassen: Die entkernte Turbinenhalle das Museumscafé im 6. Stock mit Blick auf Themse, Millenium Bridge und St Paul’s Cathedral.

Dazu findet man an jeder Ecke Street-Performances, Popup-Galleries oder aufregende Architektur. Hier lohnt z.B. ein Ausflug in den Olympia Park (U-Bahn-Haltestelle Stratford), wo der Aussichtsturm ArcelorMittal Orbit besonders ins Auge sticht. Dieser bietet seit letztem Jahr eine Rutsche, die nachträglich außen angebracht wurde und als die längste und höchste der Welt gilt (78 m hoch, 178 m lang).

London ist ein Paradies für Foodies

Natürlich muss man zwischen all dieser Kultur auch immer mal was essen. Für London gilt hier: Wer die Wahl hat … An fast jeder Ecke locken Köstlichkeiten aus allen Teilen der Erde: von der klassischen britischen Küche, über indische Currys bis zu chinesischen Spezialitäten. Die koloniale Geschichte Großbrtianniens hat natürlich eine Menge mit dieser Auswahl zu tun. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in einem der vielen Restaurants im Londoner East End, das geprägt ist von pakistanischen, indischen und bengalischen Einwanderern. Bekannt ist vor allem die Brick Lane (U-Bahn-Haltestelle Aldgate East): Dort und in angrenzenden Seitenstraßen finden sich unzählige Restaurants, Bars und Clubs – einfach ausprobieren, es lohnt sich!

Ein weiteres Highlight ist der Besuch einer der vielen Londoner Lebensmittelmärkte. Mein persönlicher Favorit ist der Borough Market (U-Bahn-Haltestelle London Bridge), einer der ältestens Märkte Londons. Südlich der Themse im Stadtteil Southwark gelegen, erstreckt sich der Markt über eine große und mehrere kleine Halle, in denen man so ziemlich alles finden, probieren und essen kann, was das Herz begehrt: vom internationalen Snack, über frisches Obst und Gemüse, bis hin zu frischen Brot- und Backwaren. Spannend sind vor allem die Präsentation der Waren sowie die Lage des Markts unterhalb einer Bahntrasse. Der mit Abstand beste Tag für einen gemütlichen Spaziergang über den Borough Market ist der Samstag, da hier die meisten Anbieter ihre Waren offerieren und sich auch der eine oder andere Starkoch unter die Kunden mischt, um sich mit frischer Ware einzudecken.

Frisches Gemüse auf dem Borough Market

London ist perfekt für einen entspannten Tag in der Natur

Hat man irgendwann dann doch genug vom hustle and bustle eines Sightseeing-Marathons in der City, wir man in Sachen Entspannung in London schnell fündig. Wer dazu noch nicht allzu weit fahren möchte, begibt sich am besten in einen der acht Royal Parks. Diese gehörten ehemals den Monarchen, wurden jedoch nach und nach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und tragen nun zum besonderen Charme Londons bei. Der größte und sicher bekannteste Park ist Hyde Park (U-Bahn Haltstelle Hyde Park Corner oder Marble Arch). Zum optimalen Relaxen braucht man hier eigentlich nicht viel: Eine Decke, ein paar Snacks und Drinks und los geht’s!

Mein Favorit ist der St James’s Park (U-Bahn-Haltestelle St James’s Park): nicht ganz so groß wie sein großer Bruder, der Hyde Park, dafür findet man hier eine große Vielfalt an eher wild wachsenden Pflanzen. Zudem ist die Lage optimal: Der Park grenzt direkt an die Prachtstraße The Mall und eignet sich so perfekt für einen kleinen Abstecher zum Buckingham Palace. Mitten hindurch verläuft der Park Lake, in dessen Mitte man auf einer Brücke einen fast perfekten Blick über den gesamten Park bekommt. In der Ferne kann man sogar Big Ben und London Eye erkennen. Alternativ mietet man sich ein Tretboot und schippert gemütlich über den See.

St James’s Park im Sommer mit Blick auf das London Eye

London ist einfach nie langweilig

Falls euch das noch nicht genug ist, findet ihr in London trotzdem immer noch etwas zu tun. Mietet euch doch einfach mal ein Fahrrad und erkundet die Stadt schnell und unkompliziert auf der Straße. Vorsicht ist natürlich beim sehr unübersichtlichen Verkehr geboten! Dafür bekommt man die Santander Bikes die erste halbe Stunde kostenlos (und das jeden Tag). Meistens genügt das schon, um das nächste Ziel zu erreichen.

Wenn euch die Sache mit dem Fahrrad zu gefährlich ist, dann lässt sich London auch prima zu Fuß erschließen. Sobald man die einschlägigen Touristen-Hotspots abgearbeitet kann, empfehle ich einen der vielen London Walks, die sich mit einem bestimmten Thema (London at War, Harry Potter, Jack the Ripper, Jewish London usw.) beschäftigen und einen bestimmten Teil der Stadt in den Mittelpunkt stellen. Auf der Webseite des Anbieters findet man für jeden Tag die verschiedensten Angebote. Die Teilnahme ist einfach: Man trifft sich mit dem Guide an der angegebenen U-Bahn-Haltstelle, zahlt zehn Pfund und kann dann in den nächsten meistens knapp zwei Stunden sein London-Nischenwissen erweitern. Das Tolle daran ist, das man so die Gelegenheit bekommt, einen bestimmten Stadtteil näher kennenzulernen, viel Skurriles zu erfahren und einfach auf sehr unterhaltsame Art sein Wissen über die Stadt zu optimieren.

Überzeugt? Dann let’s go!

Also: Packt eure Sachen und los geht’s! Flüge gibt es aus NRW z.B. günstig ab Dortmund oder Düsseldorf (via Easyjet oder RyanAir) und falls ihr noch eine Unterkunft sucht, kann ich euch wärmstens das Wynfrid House (U-Bahn-Haltestelle Aldgate East) empfehlen: Super Lage (10 Minuten Fußzweg zur Tower Bridge) und dazu auch noch günstig (bei meinem letzten Besuch etwa 35€ pro Person bei Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück).

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