Ein Abstecher ins Bier-Paradies – Das 3. Münsteraner Bierfest

Das Bierfest in Münster fand dieses Jahr zwar erst zum dritten Mal statt, erfreut sich aber großer Beliebtheit, wovon ich mich bei einem Besuch am Samstagabend selbst überzeugen konnte. Bei bestem Wetter probierte ich mich mit ein paar Kollegen durch viele spannenden Bierkreationen.

Vorab sei erwähnt: Ich bin kein Bier-Experte. Ich urteile ausschließlich nach meinem persönlichen Geschmack und kann sicher keine subtilen Geschmacksnoten erkennen oder filigrane Aromen erschmecken. Für mich standen also der Spaß und ein paar neue Bier-Erfahrungen im Vordergrund – und genau die sollte ich auch bekommen.

Bierfest in Münster – drei Tage, viele Biere

Gegen zwanzig Uhr ist der Schlossplatz in Münster bereits gut gefüllt und bei dem riesigen Angebot muss man sich erstmal einen Überblick verschaffen. Die Stimmung ist gut, es gibt eine Band, weiter hinten auf dem Platz einen DJ, der die Gäste mit Partymusik unterhält. Die Entscheidung für das erste Bier fällt schwer, schließlich ist von Anfang an klar, dass es ein Limit gibt und man einfach nicht allen 25 Ständen eine Chance geben kann. Wir entdecken bei Trinkgut zunächst ein Probierset – Da gibt es vier Biere in 0,1l-Gläsern, angerichtet auf einem Holzbrett. Wir entscheiden uns geschlossen dafür, obwohl es etwas schade ist, dass man sich die Biere nicht aussuchen kann.

Die ersten beiden Kandidaten kommen von der Braumanufaktur Sander aus Worms: Das Pils No. 1 ist ziemlich herb und nicht so richtig mein Fall, dafür überzeugt das Maibock mit 6,5% und intensivem Hopfen-Geschmack. Sehr fruchtig ist das Pale Ale der Camba-Brauerei in Bayern und schmeckt deutlich besser als der Verlierer dieser ersten Runde: Das Weizendoppelbock der Brauerei Wacken erinnert an eine Mischung aus Bananenweizen und Cheeseburger (Raucharomen!) und findet in unserer Runde keine Fans.

Wer die Wahl hat …

Schlimmer geht immer oder „Was macht das Bier in deinem Essig?“

Nach diesem Auftakt werden wir etwas mutiger und entdecken einen Stand der Redchurch Brewery, einer Londoner Brauerei, die dieses Jahr zum ersten Mal beim Münsteraner Bierfest vertreten ist. Hier gibt es – wie fast überall – ein klassisches Pale Ale, ein Stout und ein IPA. Darüber hinaus hat der Stand noch zwei saisonale Biere im Angebot, einmal das Pillar of Salt Gose und das Risk Plum Sour. Wir vermuten, dass das Risiko gering ist und bestellen. Ein echter Fehlgriff, wie sich herausstellen sollte.

Der Stand der Redchurch-Brauerei

Schon der erste Schluck des übermäßig sauren Getränks macht deutlich, dass das kein echter Genuss wird. Das Bier schmeckt nach Essig, dazu kommen Zitrusaromen und eine Säure, die einen fast umhaut. Beim Pillar of Salt ist der Name Programm. Das Bier kommt ein bisschen wie Tequila daher, ebenfalls mit viel Säure und sehr salzig. Interessant sind beide auf jeden Fall, aber für den Laien doch ein bisschen sehr extrem. Vielleicht können sich Bier-Experten an solchen Exoten erfreuen, aber wir machten uns erstmal auf die Suche nach bekannteren und weniger experimentellen Gefilden.

Ein versöhnlicher Abschluss

Zum Abschluss unseres Rundgangs landen wir bei einer kanadischen Brauerei, der Steamworks Brewery aus Vancouver. Auch hier gibt es eine große Auswahl verschiedener Biere. Ich gehe kein Risiko mehr ein und erkundige mich bei der freundlichen Bedienung, was sie einem Pflaumenbier-Geschädigten wie mir denn empfehlen können. Ich bekomme ein frisch gezapftes Pale Ale und bin versöhnt mit den vorherigen Erfahrungen: das Getränk ist leicht, süffig und schmeckt nicht allzu intensiv. Vermutlich für Kenner nichts Besonderes und ziemlich durchschnittlich, für mich aber genau das Richtige nach der vorherigen Grenzerfahrung.

Cheers!

Dear Bierfest, see you next year!

Wir haben sicher eine ganze Menge verpasst. Das Bierfest bietet eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Da hätten noch Biere aus Tschechien, aus Belgien, aus Marokko und ja sogar aus Kenia auf uns gewartet. Glücklicherweise findet das Bierfest auch nächstes Jahr wieder statt! Für mich wird das definitiv wieder ein Pflichttermin.

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