Der Kampf mit dem Schokokuchen

Alles begann mit einem noblen Vorsatz: Meine Freundin bekommt zu ihrem Geburtstag einen Kuchen. Soweit, so gut. Dabei habe ich nur kurz vergessen, dass Backen und ich keine guten Freunde mehr werden. Folglich musste das ganze natürlich in einem Desaster enden, allerdings mit versöhnlich-schokoladigem Ausgang.Das Rezept für den Kuchen ist schnell ausfindig gemacht: Bei Chefkoch.de gibt es den vermeintlich „besten Schokokuchen der Welt“. Die Zutatenliste ist übersichtlich, ich habe fast alles da. Der Geschmack wird von allen Kommentierenden in den Himmel gelobt und die einzelnen Schritte sind selbst für mich als Backlaien gut nachzuvollziehen. Also was soll da schon schiefgehen?

  • 50g Mehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • 150g Zucker
  • Salz
  • 3 Eier
  • 225g Schokolade (70% Kakao)
  • 1 EL Kakaopulver
  • 130g Butter
  • 2 EL Milch

Zunächst werden Mehl, Eier, Salz, Zucker und ein bisschen Backpulver zu einer Masse verrührt. Über dem Wasserbad. Hmm, muss das sein? Ja, denke ich, es muss sein, schließlich ist es der beste Schokokuchen der Welt und wenn die Rezepterstellerin ein Wasserbad verwendet, werde ich das auch tun. Nebenbei werden in einem zweiten Topf Schokolade und Butter geschmolzen. Hier hätte ich schon skeptisch sein können – zwei Tätigkeiten gleichzeitig? Rühren und schmelzen parallel? Nun ja.

Das klappt alles viel zu reibungslos!

Das mit dem Wasserbad und dem Rühren klappt gut und auch die Schoko-Butter-Masse schmilzt erfreulich unaufällig nebendran. Beides wird zusammengeschüttet und fertig ist der Teig. Das war einfach! Ich bin zufrieden mit mir, freue mich auf köstlichen Schokokuchen und eine glückliche Freundin.

Sieht aus wie ein richtiger Kuchen!

Doch dann fällt es mir ein: Was ist eigentlich mit dem Kakaopulver? Kakaopulver darf nicht fehlen, sagt das Rezept, sagen die ekstatischen Menschen, die das Rezept ausprobiert haben. Ich werde hektisch, ich denke, ich muss meinen Fehler schnell wiedergutmachen, reiße die Verpackung des Kakaopulvers auf, schaufele einen Löffel in den Teig, stelle die Packung hinter mich. Alles gut! Doch Moment, was riecht denn da so komisch?

Die Katastrophe beginnt …

Neeeeeein, Plastikpackung auf heißem Ceranfeld, es qualmt, es stinkt. Das Kakaopulver verteilt sich auf dem heißen Herd, es bilden sich schokoladige Klumpen aus Plastik und Kakao. Ich versuche zu retten, was zu retten ist, reiße die Packung vom Herd, verbrenne mir die Hand, dabei verteilt sich das restliche Kakaopulver in der gesamten Küche. Was soll denn das? Ich war doch schon fast fertig! Zu allem Überfluss geht auf einmal mein Rauchmelder im Flur los. In diesem Moment erinnere ich mich daran, dass in den 90ern auch mal ein Yes-Törtchen mit einer Kerze als Geburtstagskuchen völlig ausgereicht hat!

Ich atme tief durch und mache mich daran, das Plastik-Kakao-Unheil zu beseitigen. Das erweist sich jedoch als gar nicht mal so einfach und dauert insgesamt dreimal so lange wie die eigentliche Backaktion. Der Schokokuchen ist mittlerweile im Ofen und backt leicht anklagend vor sich hin. Als ich ihn fünfundzwanzig Minuten später heraushole, sieht er tatsächlich gut aus. Das Stürzen klappt ohne weitere Katastrophen und er bekommt noch eine Glasur aus Schokolade und Smarties. Ein paar Kerzen drauf und fertig!

Der Geburtstag kann kommen!

Immerhin lecker!

Letztendlich kann ich das Rezept nur jedem wärmstens ans Herz legen. Der Kuchen schmeckt super schokoladig und ist dank nicht allzu langer Backzeit ihnen schön saftig. Fazit: Die Küche ist wieder sauber, die Freundin hatte einen guten Start in ihren Geburtstag und ich werde mich künftig auf’s Kochen beschränken.

 

 

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